Neujahrskuchen

Neujahrskuchen, auf plattdeutsch Rullekes, Neejahrskook oder auch Krüllkoken genannt, sind dünne, aufgerollte Waffeln, die man in Norddeutschland zum Jahreswechsel backt. Besonders in Ostfriesland bietet man sie dann traditionell jedem Besucher an, der ein frohes neues Jahr wünscht. Doch viele backen die Neujahrskuchen auch schon vorher und verspeisen die süßen Hörnchen zu einer heißen Tasse Tee in der Weihnachtszeit einfach selbst. Wem kann man das verübeln, so süß und köstlich wie sie sind? In meiner veganen Variante habe ich natürlich die Eier weggelassen und den weißen Kandis durch braunen ersetzt, wodurch die Kuchen trotzdem ihre schöne, goldbraune Farbe erhalten.


Zutaten

Für den Waffelteig (für ca. 16 Stück):

  • 225g Mehl
  • 200ml Pflanzenmilch (z.B. Haferdrink)
  • 100g Margarine
  • 100g brauner Kandiszucker
  • 250ml Wasser
  • je eine gute Prise Zimt, Anis und Kardamom
  • Prise Meersalz
  • Außerdem: Pflanzenöl oder Margarine zum Einpinseln

Für die Verzierung und Füllung (optional):

  • pflanzliche Sahne zum Aufschlagen
  • Zartbitterkuvertüre

Zubereitung

Zunächst die 250ml Wasser auf dem Herd erhitzen und den Kandiszucker darin auflösen; zum Abkühlen zur Seite stellen. Die Margarine ebenfalls schmelzen und diese abkühlen lassen.
Die wieder etwas fester gewordene Margarine aufschlagen und mit dem Zuckerwasser, den Gewürzen und der Prise Salz vermengen. Das Mehl sieben und unterrühren. Jetzt den Teig mindestens 30 Minuten quellen bzw. ruhen lassen. Ein Hörnchenwaffeleisen bzw. -automaten aufheizen, gut mit Fett einpinseln (vor jeder einzelnen Waffel das Eisen erneut einfetten!) und den Teig portionsweise goldbraun backen. Direkt nach dem Backen (bei mir hat die richtige Konsistenz etwa 4-5 Minuten gedauert), vorsichtig vom Eisen lösen und direkt im Anschluss zu Rollen formen, da die Waffeln jetzt sehr schnell fest werden. Aber Vorsicht: Sie sind jetzt immer noch sehr heiß, da kann man sich leicht die Fingerchen verbrennen! Die fertigen, veganen Neujahrskuchen werden in Blechdosen aufbewahrt und können zusätzlich mit flüssiger Zartbitterkuvertüre verziert und mit veganer Sahne gefüllt werden. Guten Appetit und guten Rutsch 😉
Tipp: Stilecht genießt man die ostfriesischen Neujahrskuchen natürlich zu einer Tasse „Ostfreesen-Tee“. Auch können die Hörnchen zusätzlich zur Sahne, für den fruchtigen Touch, mit eingelegten Kirschen gefüllt werden.

Ein Gedanke zu „Neujahrskuchen

  • 22. Januar 2018 um 1:06
    Permalink

    Hallo,
    ich kenne eine ähnliche Version aus dem Holsteinerraum?. Meine Großmutter backte mit einen speziellen Eisen, was Ähnlichkeit mit einem Waffeleisen hatte, Nejjahrspledden. Diese waren dünne, harte Waffeln die mit Kardamom gewürzt wurden so das auffällige kleine schwarze Punkte auf der Oberfläche zu sehen waren (was mein Großvater mit unapetietlich,lustigen Geschichten Kommentierte :-)). Bei uns gab es das Gebäck zwischen Weihnachten und Sylvester. Ich habe sie sehr geliebt. Aber außer bei unserer Familie waren sie in unserer Umgebung nicht üblich b.z.w. kannte man sie nicht. Meine Großmutter kochte sehr traditionell (das war auch schon in den 90 gern veraltet 😉 ). Ihre Rezepte findet man in keinen Kochbuch (vielleicht außer ein paar Klassiker wie Groden Hans oder Birn Bohnen und Speck, Süße Fliederbeersuppe, Rübenmuss).
    Nach der Rezeptbeschreibung könnte das ein verwandte Variante zu den Nejjaspledden sein. Ich finde es interresant das sie gerollt und optional gefüllt werden. Das hört sich zum reinlegen an.
    Als ich den Beitag sah bekam ich wehmut nach kolinarischen Erinnerungen die lange nicht gestillt wurden. Danke für das Teilen :-).

    Antwort

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